Hanne Brenner holte den Weltmeistertitel (Foto: Kit Houghton/FEI)
Hanne Brenner holte den Weltmeistertitel (Foto: Kit Houghton/FEI)

Kentucky/USA -. Bei den Weltreiterspielen in Kentucky/USA hat Deutschland die zweite Goldmedaille geholt.

Die inkomplett querschnittgelähmte Hannelore Brenner (Wachenheim) gewann mit ihrer 15-jährigen Stute Women of the World den Weltmeistertitel in der Einzelwertung in Para-Equestrian (Grade III) vor Annika Lykke Dalskov aus Dänemark mit Preussen Wind und der Australierin Sharon Jarvis mit Applewood Odorado.

Der Weltmeister-Sekt war schon kaltgestellt und wartete darauf geöffnet zu werden, als Hanne Brenner und Women of the World, genannt „Olle“ in die Wettkampfhalle einritten. „Das bringt doch eigentlich Unglück“, sagte die frisch gebackene Weltmeisterin hinterher schmunzelnd. In diesem Falle waren die Vorbereitungen der Mannschaftsführung allerdings berechtigt, denn Brenners Ergebnis von 72,267 Prozentpunkten war nicht zu schlagen.

„Ich hatte keine groben Fehler, nur ein, zwei Unebenheiten“, sagte Hanne Brenner nach ihrem Ritt. Die Fuchsstute war einmal angaloppiert, wo noch Trab angesagt war. „Draußen ging sie jedenfalls besser als drinnen. Allerdings bin ich sowieso nie ganz zufrieden“, sagte die 47-Jährige. Zu den ersten Gratulanten zählten neben Para-Bundestrainer Bernhard Fliegl (Schöneck) und Equipechefin Britta Bando (Hamburg) auch der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) Breido Graf zu Rantzau (Breitenburg) und Springreiterin Janne-Friederike Meyer (Schenefeld). Durch das große Interesse an ihrem Ritt habe sie sich aber nicht unter Druck gesetzt gefühlt, sagte Hanne Brenner, es habe sie eher beflügelt: „Für unseren Sport ist es großer Schritt vorwärts bei den Weltreiterspielen dabei sein zu dürfen.“

Für Hanne Brenner selbst sind es bereits die vierten Weltmeisterschaften. Bereits 1999 war sie Erste in der Einzelwertung, im so genannten Championshiptest. 2003 und 2007 holte sie jeweils Silber, auch mit der Mannschaft. Auch ihr jetziges Ergebnis ist ein wertvoller Beitrag zum deutschen Teamergebnis. Hierfür werden die drei besten Ergebnisse der vier Mannschaftsreiter aus dem Team- und dem Championshiptest addiert. Nach der ersten Prüfung lag die deutsche Mannschaft dicht hinter den favorisierten Briten, die bisher alle Weltmeisterschaften gewonnen haben.

Ob es dabei bleibt, entscheidet sich morgen in der Einzelwertung des Grade II, in der Britta Näpel (Wonsheim) mit Aquilina und Dr. Angelika Trabert (Dreieich) mit Ariva-Avanti für Deutschland an den Start gehen. Ihren Einsatz bereits hinter sich hat die vierte Teamreiterin, Championatsdebütantin Juliane Theuring (Duisburg). Sie belegte heute mit dem spanischen Hengst Empaque IV in der Einzelwertung des Grade IV mit 65,032 Prozent den siebten Platz.

Text: FN-Press

Foto: Kit Houghton/FEI

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